“Was kann ich denn noch zu meinen Guppys setzen?” — diese Frage kommt meistens zwei Wochen nach dem ersten Besatz, wenn die Faszination geweckt ist. Die gute Nachricht: Der Guppy ist ein friedlicher Geselle, der mit vielen Arten harmoniert. Die schlechte: Es gibt ein paar Kombinationen, die garantiert im Drama enden — und das fängt schon innerhalb der Guppy-Gruppe selbst an.
Ich habe in meinen Gesellschaftsbecken so ziemlich alles ausprobiert, was als “guppy-tauglich” gilt. Hier ist, was wirklich funktioniert.
Das wichtigste Paar: Männchen und Weibchen
Bevor wir über Beifische reden — die kritischste “Vergesellschaftung” ist die innerhalb der Art. Guppy-Männchen balzen pausenlos und kompromisslos. Setzt du ein Männchen mit nur einem Weibchen, jagt es die Arme in den Tod: Sie frisst nicht mehr, versteckt sich, geht nach Wochen ein.
Die Regel ist eisern: ein Männchen auf mindestens zwei bis drei Weibchen, damit sich der Stress verteilt. Oder du hältst eine reine Männchengruppe — das ist mein Tipp für alle, die keinen Nachwuchs wollen. 6–8 Männchen ohne Weibchen zeigen prächtige Farben und es gibt null Stress. Wie du die Geschlechter sicher unterscheidest, steht im Geschlechts-Ratgeber.
Geeignete Beifische
Guppys mögen warmes, hartes Wasser (24–28 °C, GH 15+) — gute Mitbewohner müssen das mittragen. Diese Arten passen aus meiner Erfahrung gut:
| Beifisch | Warum er passt |
|---|---|
| Platy | gleiche Wasseransprüche, friedlich, ebenfalls lebendgebärend |
| Molly | liebt hartes Wasser, robust — braucht aber mehr Platz |
| Corydoras / Panzerwelse | friedliche Bodentruppe, hält den Grund sauber |
| Otocinclus | sanfter Algenfresser, stört niemanden |
| Zwerggarnelen | adulte sind sicher, Junggarnelen werden gefressen |
Die Lebendgebärenden (Platy, Molly) sind die natürlichste Ergänzung — gleiche Ansprüche, gleiches Temperament. Bei den Panzerwelsen achte auf feinen Sand, sonst scheuern sich die Barteln ab.
Empfehlung: sera Guppy Gran* — funktioniert als Hauptfutter für die ganze Lebendgebärenden-Truppe. Die kleinen Granulate nehmen Platys und Mollys genauso gern wie die Guppys, ein Futter für alle. Preis prüfen →
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- Softgranulat speziell für Lebendgebärende
- Carotinoide für kräftige Männchen-Farben
- Kleine Partikelgröße — passt ins Guppy-Maul
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Die elegante Nachwuchs-Bremse
Ein Sonderfall, der zwei Probleme auf einmal löst: Zwergbuntbarsche wie Apistogramma borellii. Sie sind friedlich genug fürs Gesellschaftsbecken, fressen aber nebenbei einen Teil der Guppy-Jungfische — und halten so die Population in Schach. Ich nenne das den eleganten Nebenjob. Wer die ewige Nachwuchs-Lawine satt hat, ohne ein reines Männchenbecken zu wollen, fährt damit gut.
Voraussetzung: ausreichend Platz (ab 100 Liter) und Versteckmöglichkeiten, damit der Buntbarsch sein Revier hat.
Was du NIE mit Guppys kombinieren darfst
Hier wird es ernst. Diese Kombinationen enden im Desaster:
- Skalar: wird groß, frisst kleine Guppys und vor allem den Nachwuchs. Ausgewachsene Skalare betrachten Guppys als Snack.
- Kampffisch-Männchen: die langen Schleierschwänze der Guppy-Männchen lösen den Beißreflex aus — der Betta zerfleddert sie. Umgekehrt zwickt mancher Guppy auch dem Betta in die Flossen.
- Flossenbeißer wie Summenbarben: machen aus den Schleierschwänzen Konfetti.
- Größere Buntbarsche und Raubfische: jeder Fisch, der ein Guppy-Maul voll passt, frisst ihn auch.
Die Faustregel: Alles, was deutlich größer ist als ein Guppy oder einen Ruf als Flossenzwicker hat, gehört nicht ins selbe Becken. Den kompletten Besatz planst du am besten mit dem Fische-Guide.
Wasserwerte als Kompromiss
Der häufigste stille Fehler: Guppys mit Fischen zu vergesellschaften, die weiches, saures Wasser brauchen — etwa Neonsalmler oder die meisten Salmler und Bärblinge. Das geht zwar oberflächlich gut, aber keiner der beiden hat dann optimale Bedingungen. Auf Dauer leiden beide.
Halte Guppys lieber mit anderen Hartwasser-Liebhabern (Platy, Molly, Corydoras) zusammen — dann müssen alle bei denselben Werten nicht leiden, sondern leben.
Häufige Fragen zur Guppy-Vergesellschaftung
Welche Fische passen am besten zu Guppys? Andere Lebendgebärende mit gleichen Ansprüchen: Platys und Mollys. Dazu Panzerwelse und Otocinclus als friedliche Bodenbewohner. Alle lieben das warme, harte Guppy-Wasser.
Kann ich Guppys mit Neons halten? Theoretisch ja, praktisch suboptimal — Guppys wollen hartes, Neons weiches Wasser. Ein echter Kompromiss, bei dem beide Arten nicht ideal stehen.
Passen Garnelen zu Guppys? Adulte Zwerggarnelen ja, sie sind zu groß zum Fressen. Junggarnelen und frisch geschlüpfte Garnelenlarven werden allerdings gefressen — für gezielte Garnelenzucht ist ein Guppy-Becken ungeeignet.
Wie viele Weibchen pro Männchen? Mindestens zwei, besser drei Weibchen je Männchen. Sonst wird das einzelne Weibchen durch die Dauerbalz zu Tode gestresst.
Halt dich an Hartwasser-Arten, plan das Geschlechterverhältnis sauber und lass die Räuber draußen — dann läuft ein Guppy-Gesellschaftsbecken jahrelang friedlich.
Weiterlesen im Guppy-Cluster:
- Guppy richtig halten: der große Steckbrief
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