Du suchst einen Fisch für das Becken auf dem Sideboard, und die Wohnung ist im Winter nicht tropisch warm? Dann ist der Medaka dein Kandidat. Den Japanischen Reisfisch (Oryzias latipes) findest du in der Zoohandlung unter “Reisfisch” oder “Medaka”, und er hat eine Eigenschaft, die fast kein anderer Zierfisch mitbringt: Er lebt bei Zimmertemperatur.
Ich hab meine ersten Medaka in einem 40er ohne Heizer gehalten, weil ich den Heizer schlicht vergessen hatte. Im Januar stand das Wasser bei 19 Grad. Die Fische haben gefressen, gelaicht und mich für meine Schusseligkeit nicht bestraft. Seitdem empfehle ich ihn allen, die ein pflegeleichtes Becken wollen, ohne gleich Kaltwasser-Kompromisse einzugehen.
Kaufberater: Welches Becken passt zu deinem Medaka-Schwarm?
- Kleiner Schwarm von acht bis zehn Tieren — dafür reichen 30 Liter. Der Dennerle NanoCube 30 bringt Filter und Licht mit, einen Heizer brauchst du nicht. Preis prüfen →
- Größerer Schwarm oder ein Becken mit Platz für Nachwuchs — ab rund 55 Litern wird der Schwarm erst richtig lebendig. Das Fluval Flex 57 hat die Technik in der Rückwand versteckt. Preis prüfen →
- Das Becken steht schon, dir fehlt das passende Futter — Medaka schnappen sich alles in der oberen Wasserschicht, und Mini-Granulat sinkt langsam genug, damit sie es im Absinken erwischen. Preis prüfen →
Wie viele Tiere in dein Becken passen, rechnest du mit dem Besatz-Rechner nach.
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Was ein Medaka ist und woher er kommt
Der Medaka stammt aus Japan, wo er in Reisfeldern, Gräben und langsamen Flüssen lebt. Er wird drei bis vier Zentimeter lang und gehört zu den Reiskärpflingen. Im Handel siehst du meist gezüchtete Farbformen: orange-rote Tiere (Himedaka), weiße, gelbe und metallisch schimmernde. Die Wildform ist schlicht graubraun und wirkt im Becken wie ein Schatten mit Silberglanz.
Die Art ist in Japan eine kleine Kultur für sich. Dort gibt es Züchter, die Hunderte Farbvarianten pflegen. In Deutschland bekommst du vor allem die orangefarbene und die weiße Form, und die reichen völlig.
Falls du dich über den Namen wunderst: Der Daeng Medaka aus unserem Nano-Fische-Ratgeber ist eine andere Art (Oryzias woworae) aus Indonesien. Der braucht tropische Wärme. Hier geht es um den japanischen Verwandten, der es kühl mag.
Temperatur: Der Medaka braucht keinen Heizer
Medaka leben in der Natur zwischen wenigen Grad und Hochsommerhitze. Im Aquarium fühlen sie sich zwischen 18 und 26 Grad wohl. Das ist die Temperatur in den meisten Wohnzimmern. Wer im Winter unter 18 Grad fällt, sollte nachsehen, was da los ist. Wer im Sommer über 28 Grad kommt, hat ein anderes Problem (dazu mehr in Aquarium kühlen im Sommer).
Wichtig: Kalt heißt nicht kalt. Unter zehn Grad fahren die Tiere den Stoffwechsel stark herunter und fressen kaum noch. Das ist kein Schaden, aber auch kein Zustand, den du dauerhaft willst. Die Wassertemperatur für andere Arten erklärt Welche Temperatur braucht ein Aquarium?.
Mit Nachzucht-Medaka kannst du im Sommer sogar experimentieren: Ein Eimer oder eine Mörtelwanne auf dem Balkon, Schwimmpflanzen drauf, Netz gegen Katzen und Vögel. Viele Halter machen das. Setz Medaka aber nie in Gartenteiche oder Gewässer aus, die mit der Natur verbunden sind.
Das Becken: 30 Liter sind das Minimum
Ein Medaka ist klein, schwimmt aber ständig. Ab 30 Litern und 40 Zentimetern Länge geht es für eine Gruppe von acht bis zehn Tieren. Mit 54 oder 60 Litern bist du auf der sicheren Seite, weil der Schwarm Platz zum Ausweichen hat. Mehr dazu, was dein Becken netto wirklich fasst, zeigt der Volumen-Rechner.
Was er braucht:
- Schwimmpflanzen oder dichte Oberfläche. Medaka leben in der oberen Wasserschicht und fühlen sich unter Schwimmpflanzen geborgen. Wasserlinsen, Froschbiss oder Salvinia funktionieren, mehr dazu in Schwimmpflanzen im Aquarium.
- Eine Abdeckung. Sie springen nicht so wild wie Killifische, aber gelegentlich schon. Lass vorn ein bis zwei Zentimeter Wasserstand unter der Kante frei und leg eine Abdeckung auf.
- Sanfte Strömung. Reisfelder sind stehendes Wasser. Ein Innenfilter mit Schwamm ohne kräftigen Auslauf passt. Die Filterwahl erklärt der Filter-Guide.
- Feinen Bodengrund und Pflanzen. Sand oder feiner Kies, dazu Javamoos für die Eiablage.
Den Heizer lässt du weg. Der spart Strom und ist ein Posten weniger, der kaputtgehen kann.
Vergesellschaftung: friedlich, aber winzig
Medaka sind ruhige Schwarmfische und stressen keine Mitbewohner. Sie haben aber ein Größenproblem: Alles, was Babys fressen kann, frisst auch die Medaka-Brut, und alles, was mit ihnen wächst, wird sie auffressen, wenn es groß genug ist.
| Mitbewohner | Passt? | Warum |
|---|---|---|
| Zebrabärbling | Ja | Gleicher Temperaturbereich, Zebrabärblinge sind aktiver, aber friedlich |
| Kardinalfisch | Ja | Mag es ebenfalls kühl, siehe Kardinalfisch |
| Panzerwelse | Ja | Bodenbewohner, die den Schwarm nicht stören |
| Garnelen (erwachsen) | Mit Abstrichen | Adulte Tiere sicher, Jungtiere landen im Maul |
| Guppy, Platy | Bedingt | Brauchen wärmeres Wasser, der Kompromiss klappt bei 23 bis 25 Grad |
| Kampffisch | Nein | Er jagt den zügigen Schwarm, beide Arten stressen einander |
| Skalar, größere Buntbarsche | Nein | Medaka werden zum Futter |
Die komplette Kompatibilitätsfrage für dein Becken klärt der Vergesellschaftungs-Guide.
Futter: Oberfläche, klein und abwechslungsreich
Medaka schnappen alles, was oben schwimmt. Mini-Flocken, feines Granulat, Artemia, Cyclops und Mückenlarven gehen. Wichtig ist die Größe: Große Flocken brichst du, bevor du sie ins Wasser gibst. Füttere zweimal täglich, so viel, wie sie in zwei Minuten fressen. Fressen sie nicht alles, war es zu viel. Hinweise zur Menge stehen in Fische richtig füttern.
Ich nutze im Alltag Mini-Granulat und gebe ein- bis zweimal die Woche gefrorene Artemia. Das ist auch das Futter, mit dem die Tiere im Laichzustand bleiben.
Nachzucht: Medaka tragen ihre Eier
Medaka sind Laichfische mit einem ungewöhnlichen Trick: Das Weibchen trägt das Gelege als kleine Traube am Bauch mit sich herum, oft mehrere Stunden. Dann streift es die Eier an Pflanzen ab. Die Eier hängen an feinen Fäden im Javamoos, und bei etwa 25 Grad schlüpft die Brut nach gut einer Woche bis zwei.
Die Brut frisst feinstes Staubfutter. Erwachsene Medaka fressen die Jungen, wenn sie drankommen. Wer möchte, dass ein paar durchkommen, hängt ein Bündel Moos in ein separates Gefäß oder lässt das Moos im Becken so dicht wachsen, dass sich genug Jungfische verstecken. Für die erste Aufzucht nehme ich sera Micron, ein staubfeines Brutfutter, und füttere lieber oft in winzigen Mengen als einmal viel.
Die häufigsten Fehler bei Medaka
- Zu viel Wärme. Wer den Heizer auf 27 Grad stellt, verkürzt ihr Leben. 18 bis 24 Grad sind ideal.
- Zu kleine Gruppe. Drei oder vier Tiere bleiben scheu. Mindestens acht, besser zehn bis zwölf.
- Keine Oberfläche. Ein Becken ohne Schwimmpflanzen fühlt sich für Medaka leer an.
- Futter zu groß. Was sie nicht schlucken, sinkt und belastet das Wasser.
- Mit Garnelenbrut kombinieren. Die Jungen landen im Maul. Wer Garnelen vermehren will, nimmt besser andere Tiere dazu, siehe Neocaridina-Zucht.
FAQ
Braucht ein Medaka einen Heizer?
Nein. Er fühlt sich bei Zimmertemperatur zwischen 18 und 26 Grad wohl. Nur wenn dein Raum im Winter dauerhaft unter 15 Grad fällt, lohnt sich ein schwacher Heizer, damit der Schwarm weiterfrisst.
Wie groß muss das Aquarium für Medaka sein?
Für acht bis zehn Tiere brauchst du mindestens 30 Liter und etwa 40 Zentimeter Länge. Bequemer wird es mit 54 oder 60 Litern, weil der Schwarm dann Platz zum Ausweichen hat.
Wie viele Medaka sollte ich zusammen halten?
Mindestens acht. In kleineren Gruppen werden die Tiere scheu und verstecken sich. Mit zehn bis zwölf siehst du das typische Schwarmverhalten.
Kann ich Medaka mit Garnelen halten?
Erwachsene Garnelen sind sicher, Garnelenbrut wird aber gefressen. Wenn du Garnelen vermehren möchtest, halte sie in einem eigenen Becken. Mit viel Moos schaffen einzelne Jungtiere es trotzdem.
Welche Fische passen zu Medaka?
Friedliche, nicht zu große Arten mit ähnlichem Temperaturbedarf: Zebrabärblinge, Kardinalfische und Panzerwelse. Kampffische, Skalare und große Buntbarsche passen nicht.
Kann ich meinen Medaka im Sommer auf den Balkon stellen?
Ja, viele Halter machen das mit Nachzuchttieren in einer Wanne mit Schwimmpflanzen und Netz gegen Katzen und Vögel. Setze sie nie in einen Gartenteich oder freies Gewässer aus.
Wie alt wird ein Medaka?
Etwa zwei bis drei Jahre, bei guter Pflege manchmal länger.
Quelle zur Art: FishBase, Oryzias latipes.
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