Wenn dir Neonsalmler zu zickig sind, was die Wasserwerte angeht, ist der Rote von Rio dein neuer bester Freund. Gleicher Salmler-Charme, gleiche Schwarm-Magie — aber deutlich robuster, was die Wasserqualität betrifft. Während Neons in zu hartem Wasser leiden, zuckt der Rote von Rio nicht mal mit der Flosse. Und nebenbei sieht er aus wie ein flüssiger Sonnenuntergang.
Herkunft & natürlicher Lebensraum
Der Rote von Rio (Hyphessobrycon flammeus) stammt aus den Küstenflüssen Südostbrasiliens – insbesondere aus dem Einzugsgebiet um Rio de Janeiro. Im Gegensatz zu vielen anderen Salmlern, die aus den tiefen Schwarzwasserflüssen des Amazonas stammen, lebt er in Gewässern mit etwas breiteren Parametertoleranzennzen, was ihn zu einem der robusteren Vertreter der Salmler-Familie macht.
Mit einer leuchtend roten Pigmentierung der hinteren Körperhälfte und zwei charakteristischen schwarzen Schulterflecken ist H. flammeus ein attraktiver, relativ kleiner Salmler (max. 4 cm), der sich besonders gut für dicht bepflanzte Gesellschaftsaquarien eignet.
Wasserparameter: Das A und O
Der Rote von Rio ist einer der tolerantesten Salmler und verzeiht auch etwas härteres oder leicht alkalisches Wasser ohne sofort Schaden zu nehmen. Für optimale Farbintensität jedoch:
| Parameter | Idealwert |
|---|---|
| Temperatur | 20 – 28 °C |
| pH-Wert | 5,5 – 7,5 |
| Gesamthärte (GH) | 5 – 15 °dGH |
| Beckenmindestvolumen | 54 Liter |
Normale deutsche Leitungswasserverhältnisse (pH 7–7,5, GH 10–15) werden toleriert. Leicht saures, weiches Wasser mit pH 6,0–6,5 und GH 8–10 bringt die intensivste Rotfärbung hervor.
Ernährung
Hyphessobrycon flammeus ist ein typischer Omnivore und akzeptiert nahezu jede Futterform. Die leuchtend rote Farbe wird durch Carotinoide intensiviert – die Fütterung mit carotinoidreichem Futter macht einen sichtbaren Unterschied.
- Hauptfutter: Hochwertiges Mikrogranulat oder kleine Flocken
- Farbfutter: Carotinoid-angereichertes Spezialfutter (Astaxanthin, Beta-Carotin)
- Lebend/Frost: Artemia-Nauplien, Cyclops, Daphnien – besonders zuchtfördernd
- Pflanzlich: Gelegentlich Spirulina-Flocken
Empfehlung: Carotinoid-reiches Granulat* — Natürliche Farbintensivierung durch Astaxanthin und Beta-Carotin. Link →
Vergesellschaftung
Der Rote von Rio ist friedlich und eignet sich hervorragend für Gemeinschaftsaquarien. Er sollte in Gruppen von mindestens 8–10 Tieren gehalten werden, um sein natürliches Schwarmverhalten zu zeigen.
Sehr gut geeignet:
- Andere kleine Salmler (Neonsalmler, Schwarzer Phantomsalmler)
- Corydoras-Arten (teilen ähnliche Wasserparameter)
- Zwergbuntbarsche (Apistogramma spp.)
- Zwerggarnelen (bei neutralem pH)
Nicht geeignet:
- Fischfresser oder deutlich größere Fische
- Extrem aggressive Mitbewohner
Im Aquarium bevorzugt der Rote von Rio Bereiche mit dichter Bepflanzung als Rückzug, zeigt sich aber im Freiwasser aktiv und lebhaft.
Vergesellschaftung & Besatz planen →
Zucht
H. flammeus ist ein freilaichender Streuschwimmer – er laicht ohne Brutpflege in feinfiedrigem Pflanzendickicht (Javamoos ideal). Für erfolgreiche Nachzucht:
- Separates Zuchtbecken (20–30 L) mit weichem, leicht saurem Wasser (GH 4–6, pH 6,0–6,5)
- Dichte Javamoos-Matte oder ähnliches Substrat
- Gut konditionierte Elterntiere mit Lebendfutter (Artemia, Cyclops)
- Nach Laichablage: Elterntiere sofort entfernen (fressen ihre Eier)
- Eier schlüpfen nach 24–36 Stunden; Larven brauchen zunächst Infusorien, dann Artemia-Nauplien
FAQ
Wie groß wird der Rote von Rio? Maximal etwa 4 cm – damit ist er einer der kleineren Salmler und bleibt auch in 54-Liter-Becken ein Leben lang passend.
Warum ist mein Roter von Rio blass? Häufige Ursachen: zu wenig Licht (rote Pigmente werden durch Beleuchtung aktiviert), zu hartes/alkalisches Wasser, Stress durch zu kleine Gruppe oder falsche Mitbewohner, oder fehlendes Carotinoid-Futter.
Kann ich Roten von Rio mit Neonsalmlern halten? Ja, gut möglich. Beide haben ähnliche Wasseransprüche und ähnliche Größe. Ein gemischter Schwarm aus beiden Arten ist im Aquascaping-Becken sehr attraktiv.
Brauchen Rote von Rio einen Schwarm? Ja – mindestens 8 Tiere, besser 10–15. In kleinen Gruppen verliert die Art ihr typisches aktives Schwarmverhalten.



