CO₂-Gehalt
berechnen
Zwei Messwerte, ein Ergebnis: Aus Karbonathärte (KH) und pH-Wert berechnet der Rechner, wie viel CO₂ in deinem Wasser gelöst ist — mit Ampel-Bewertung von „zu wenig" bis „gefährlich". Komplett im Browser, keine Daten werden gespeichert.
CO₂ = 10^(7.477 + log₁₀(KH) − pH)Quelle: Sander/Timpe. Zielwert Pflanzenaquarium: 15–25 mg/l. Über 60 mg/l akut gefährlich.
So funktioniert die KH/pH-Methode
CO₂ lässt sich im Aquarium nicht direkt messen — aber berechnen. Kohlendioxid, Karbonathärte und pH-Wert hängen chemisch zusammen: Je mehr CO₂ im Wasser gelöst ist, desto saurer wird es (der pH sinkt). Kennst du KH und pH, steht der CO₂-Gehalt fest. Genau das rechnet die Formel von Sander/Timpe, die auch dieser Rechner nutzt.
Für die Praxis heißt das: Miss beide Werte mit einem Tröpfchentest (Teststreifen sind für die KH zu ungenau) und trag sie oben ein. Zielbereich für ein bepflanztes Becken sind 15–25 mg/l. Unter 10 mg/l hungern anspruchsvolle Pflanzen, ab 40 mg/l wird es für Fische stressig, über 60 mg/l akut gefährlich.
Die KH/pH-Tabelle zum Nachschlagen
Wer den Rechner nicht zur Hand hat, liest den CO₂-Gehalt (mg/l) aus dieser Matrix ab. Der fette Bereich um 15–25 mg/l ist das Ziel:
| KH \ pH | 6,4 | 6,8 | 7,2 | 7,6 |
|---|---|---|---|---|
| 2 °dKH | 24 | 10 | 4 | 2 |
| 4 °dKH | 48 | 19 | 8 | 3 |
| 6 °dKH | 72 | 29 | 11 | 5 |
| 8 °dKH | 96 | 38 | 15 | 6 |
| 10 °dKH | 119 | 48 | 19 | 8 |
Die Tabelle zeigt auch, warum „einfach mehr CO₂" keine Strategie ist: Bei KH 6 und pH 6,4 stehen schon 72 mg/l im Wasser — ein Wert, bei dem Fische nach Luft schnappen. Kontrolliere nach jeder Änderung an der CO₂-Anlage neu.
Wann die Methode lügt
Die KH/pH-Rechnung hat einen blinden Fleck: Sie stimmt nur, wenn der pH allein vom CO₂ gedrückt wird. Huminstoffe aus Erlenzapfen, Seemandelbaumblättern, Torf oder aktivem Soil senken den pH zusätzlich — der Rechner zeigt dann mehr CO₂ an, als wirklich gelöst ist. In Schwarzwasser- und Soil-Becken ist das Ergebnis deshalb nur eine grobe Orientierung.
Der Gegencheck ist ein CO₂-Dauertest (Drop-Checker) mit Indikatorflüssigkeit: Grün heißt passt, Blau heißt zu wenig, Gelb heißt zu viel. Die 5–10 € Investition gehören in jedes Becken mit CO₂-Anlage.
Zu wenig CO₂? So kommst du in den Zielbereich
Zeigt der Rechner unter 10 mg/l und deine Pflanzen mickern, führt an einer CO₂-Düngung kaum ein Weg vorbei. Für Nano-Becken bis 60 Liter reicht ein Bio-CO₂-Set, ab etwa 100 Litern rechnet sich eine Druckgasanlage mit Mehrwegflasche — die Unterschiede samt Kostenrechnung stehen im CO₂-Anlagen-Ratgeber, kompakte Systeme im Mini-CO₂-Vergleich.
Und wenn CO₂ stimmt, aber trotzdem nichts wächst: Meist fehlt dann Licht oder Dünger. Prüfe den Lichtbedarf im Beleuchtungs-Rechner und die Nährstoffe im Dünger-Guide.
Häufige Fragen zum CO₂-Gehalt
Wie viel CO₂ braucht ein Pflanzenaquarium?
15–25 mg/l sind der Zielbereich für bepflanzte Becken. Anspruchslose Pflanzen wie Anubias oder Javafarn kommen auch mit 5–10 mg/l zurecht — Bodendecker und rote Stängelpflanzen wollen die volle Dosis.
Ab wann wird CO₂ für Fische gefährlich?
Ab etwa 40 mg/l zeigen viele Arten Stress, über 60 mg/l wird es akut gefährlich: Die Fische hängen an der Oberfläche und schnappen nach Luft. Dann sofort CO₂-Zufuhr stoppen und kräftig belüften — ein Sprudlerstein treibt das Gas in Minuten aus.
Kann ich den CO₂-Gehalt ohne Anlage erhöhen?
Kaum dauerhaft. Bio-CO₂ (Hefe-Zucker-Gärung) ist die günstigste Einstiegsvariante, liefert aber schwankende Mengen und taugt vor allem für kleine Becken. Flüssig-CO₂-Produkte sind chemisch kein echtes CO₂ und ersetzen keine Anlage.
Warum zeigt mein Dauertest etwas anderes als der Rechner?
Meist stecken Huminstoffe dahinter: Soil, Erlenzapfen oder Wurzeln senken den pH, ohne dass CO₂ im Spiel ist — die KH/pH-Rechnung überschätzt dann den Gehalt. Der Dauertest misst dagegen nur echtes CO₂ und hat in diesem Fall recht.